Literarische PARODIEN
PARODIE (griech."Gegengesang") ist seit dem Altertum eine beliebte literar. Gattung, bereits vorhandene Werke von Dichtern in
übertreibender Nachahmung zu verspotten.
Meist wird die äußere Form beibehalten, doch unter neuem, oft aktuellem, aber nicht dazu passendem Inhalt dargeboten.Durch diese Diskrepanz zwischen Form und Inhalt entsteht ein Moment des
Konischen, das den Leser erheitern soll.
Neben der satir. Verzerrung des Inhalts kann Parodie auch einfach als harmloses Spiel, aus Lust an der komischen Abwandlung enes Themas betrieben werden.
Hierzu 2 Beispiele:
CALIFORNIAN DREAM ( nach Heinrich Heine: "Leise zieht durch mein Gemüt..."
Lärmend dringt in mein Gehör
grässliches Geknatter -
ein Millionen-Autoheer
flutet, wird nie matter.
Braust hinaus ins Disneyland,
wo die Schlösser blinken,
wo ein jeder "Micky" kennt
und die Zwerge winken.
DAS WEIDENRÖSSLEIN ( nach Goethe: "Heidenröslein")
Sah ein Knab ein Rösslein stehn,
Rösslein auf der Weiden,
lief er hin, um´s anzusehn,
denn er wollt es reiten.
Doch das Weidenrösslein schnaubt:
"Ich möcht ruhig weiden,
Reiten ist dir nicht erlaubt,
weil ich kann´s nicht leiden!"
Doch der dreiste Knabe schwang
sich auf Rössleins Rücken,
und ihm wurde gar nicht bang,
es ganz fest zu drücken.
Doch das Rösslein machte "hopps" -
es hatt`seine Tücken -
und infolge des Galopps
Knabe fiel auf Rücken.
Knabe lag nun reglos da
zu des Rössleins Füßen,
Rösslein schnaubte stolz: "Ja. ja,
musst er´s eben büßen!"
Rösslein, Rösslein, Rösslein bös,
Rösslein auf der Weiden.
Weitere Parodienbeispiele folgen!
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